UNO für Equal Earth statt Mercator
Am 4. September 2026 stimmte die Generalversammlung mit 164-1 für Karten, die die Größenverhältnisse der Kontinente genauer darstellen. Was Mercator verzerrt und wie du die Nachricht auf Englisch liest.


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Die UNO stimmt über Weltkarten ab
Am Freitag, den 4. September 2026, stimmte die Generalversammlung der UNO nicht über Krieg oder Budget ab, sondern über die Form einer flachen Weltkarte. Die Resolution fordert dazu auf, häufiger Alternativen zur klassischen Mercator-Projektion zu nutzen, die die Größenverhältnisse der Kontinente genauer darstellen. Das Ergebnis: 164 Ja-Stimmen, eine Gegenstimme, sechs Enthaltungen. Die einzige Gegenstimme kam von den Vereinigten Staaten.
Der Text verbietet Mercator nicht. Er stellt klar, dass die Projektion für See- und Luftnavigation weiterhin geeignet ist. Der Streit betrifft Klassenzimmer, Medien und visuelles Gedächtnis: Jahrzehntelang wirkte Afrika wie ein schmaler Rand und Grönland fast so groß wie ein Kontinent. Die afrikanische Kampagne #CorrectTheMap nennt das keine technische Kleinigkeit, sondern eine Wahl aus dem Europa des 16. Jahrhunderts.
Togos Außenminister Robert Dussey sagte Reuters vor der Abstimmung: „Eine gerechte Welt beginnt mit einer gerechten Karte.“ Die Afrikanische Union unterstützte die Initiative bereits im August 2025. Jetzt entscheiden Bildungsministerien, Verlage und Kartendienste, ob sie die Weltkarten in den Klassenzimmern austauschen.
Togo, Afrika und ein Kontinent, den die Karte verkleinerte
Die Resolution stammte nicht von einem Kartographenverein, sondern vom Staat Togo. Dahinter stand eine breitere afrikanische Agenda: Die Weltkarte ist kein neutrales Foto, sondern eine historische Entscheidung in tausenden Klassenzimmern. Die Petition #CorrectTheMap auf Change.org sammelte über 11.000 Unterschriften mit einem einfachen Argument: In Afrika passen die USA, China, Indien, Japan, Mexiko und ein großer Teil Europas hinein, und es bleibt Platz übrig.
In englischsprachigen Berichten begegnen dir dabei die Begriffe map projection und distortion. Eine Kugel lässt sich nicht ohne Verzerrungen auf einer ebenen Karte abbilden. Die Mercator-Projektion erhält die Winkel und erleichtert so die Navigation auf See. Der politische Konflikt beginnt, wenn dieselbe Karte als „die ganze Welt“ an der Wand hängt.
Die Resolution bezeichnet die Mercator-Projektion nicht als falsch. Sie empfiehlt Alternativen, vor allem Equal Earth, eine flächentreue Projektion von 2018, mit weniger stark gestreckten Kontinentformen als bei der umstrittenen Gall-Peters-Projektion. Togo kündigte Gespräche mit Regierungen und Tech-Firmen in den nächsten sechs Monaten an.
Mercator: eine Seekarte aus dem 16. Jahrhundert im heutigen Klassenzimmer
Gerardus Mercator veröffentlichte seine zylindrische Projektion 1569. Gerade Linien auf der Karte entsprechen einem konstanten Kompasskurs. Für die Segelschiff-Ära war das revolutionär. Der Preis ist bekannt: Je höher die geografische Breite, desto stärker blähen sich Flächen auf. Russland, Kanada und besonders Grönland wachsen; die Tropen schrumpfen.
Auf dem klassischen Schulposter wirken Grönland und Afrika vergleichbar groß. In Wirklichkeit misst Afrika etwa 30,4 Millionen km², Grönland etwa 2,2 Millionen. Afrika ist also etwa vierzehnmal so groß. Die Antarktis wird auf Mercator zu einem weißen Streifen im unteren Drittel der Karte.
Der Streit geht nicht um Schönheit, sondern um scale und perception. Ein Kind, das jahrelang eine Welt mit Europa im Zentrum sieht, liest Nachrichten über Migration, Klima und Wirtschaft anders. Afrikanische Delegierte sprachen in New York über den symbolischen Stellenwert Afrikas, nicht über Kompassnadeln.
Sieben Projektionen, die man auf Englisch kennen sollte
Wer Guardian, BBC oder Reuters liest, trifft diese Namen in den Schlagzeilen vom Freitag. Die Tabelle fasst map projections zusammen und zeigt, welche Kompromisse die einzelnen Projektionen erfordern.
| Projektion | Typ | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|---|
| Mercator | zylindrisch | Winkel und Kurs | Flächen nahe den Polen |
| Equal Earth | pseudozylindrisch, flächentreu | korrekte Flächenverhältnisse der Kontinente | nicht für Navigation |
| Robinson | Kompromiss | visuell ausgewogen | weder Fläche noch Winkel ideal |
| Gall-Peters | zylindrisch, flächentreu | gleiche Flächen | stark gestreckte Formen |
| Winkel Tripel | Kompromiss | National-Geographic-Standard | geringe Verzerrungen von Fläche, Form und Entfernung |
| Azimuthal equidistant | planar | Entfernungen vom Zentrum | Verzerrung weit vom Zentrum |
| Goode homolosine | unterbrochen, flächentreu | weniger Formverzerrung | „geschnittene“ Ozeane |
Equal-area erhält Flächen. Conformal erhält Winkel: Mercator ist das klassische Beispiel. Compromise sucht visuelles Gleichgewicht. Latitude und longitude sind Breite und Länge. General Assembly ist die UN-Generalversammlung, die den Text am 4. September verabschiedete.
Sprich diese Begriffe laut aus: map projection / Mercator projection, distort the size, equal-area projection, non-binding resolution. Diese Wortgruppen wiederholen sich in westlichen Berichten.
Die einzige Gegenstimme und sechs Enthaltungen
Die US-Delegation nannte die Resolution eine „ideologische Agenda“. Washington meinte, das Dokument lenke von „echten Problemen von Frieden, Wohlstand und guter Nachbarschaft“ ab. Dahinter steht ein vertrautes Argument: Die Karte sei Werkzeug, kein politisches Symbol.
Für den Rest des Saals wirkte die Frage anders. 164 Staaten stimmten zu, dass Afrikas Verkleinerung an Schulwänden keine Kleinigkeit ist. Sechs Staaten enthielten sich. Die Resolution zwingt Google Maps nicht, Kacheln neu zu zeichnen, und bestraft keine Atlas-Verlage.
In diesem Konflikt stehen sich zwei Aufgaben der Kartografie gegenüber. Auf See muss eine Karte die Navigation mit konstantem Kurs erleichtern. Im Unterricht soll sie einen unverzerrten Vergleich der Flächen ermöglichen. Eine einzige Karte kann beides nur mit Kompromissen leisten.
Schulbücher, Atlanten und Bildschirme
Die Resolution ist unverbindlich, kann aber Schulen und Verlage zum Umdenken bewegen. Wenn Bildungsministerien Standards ändern, sehen viele Schüler Equal Earth oder Robinson neben Mercator, als Ergänzung, die eine andere Sicht auf die Größenverhältnisse bietet. National Geographic wechselte 2018 zu Winkel Tripel.
Digitale Karten folgen anderen Regeln. Google Maps im Browser nutzt Web Mercator, praktisch für quadratische Kacheln. Die Resolution fordert Firmen auf, Alternativen in Bildungsprodukten zu „prüfen“, ohne Fristen.
Für Englischlernende lohnt sich jetzt ein Originalartikel plus die Mini-Lektion unten. Du verstehst Schlagzeilen wie UN backs shift away from Mercator map und siehst, warum der Streit um Karten auch davon handelt, welche Regionen wir im Mittelpunkt der Welt sehen.
Bei Antishkola übst du Englisch anhand von Nachrichten, Wissenschaft und Reisen. Map projection zu verstehen oder einen Artikel im Guardian über die UNO zu lesen, kann bereits Teil einer Stunde sein.
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Hat die UNO die Mercator-Karte verboten?+
Warum wirkt Grönland auf Mercator so groß wie Afrika?+
Was ist die Equal-Earth-Projektion?+
Warum stimmten die USA dagegen?+
Welche Karte nutzt Google Maps?+
Welche englischen Wörter brauche ich für die Nachricht?+



